Teil II
Jesus und die Evangelien (Wie können wir sicher sein, dass sie echt
sind? Was sagen sie über Jesus aus)
Das wird keineswegs ausführlich werden. Es gibt wahrscheinlich
kein anderes Buch, das so wie die Bibel untersucht und hinterfragt wurde.
Heute, mehr denn je, gibt es zahlreiche Meinungen über die Evangelien
der Bibel, das Neue Testament und Jesus. Es folgt ein einfacher Überblick.
1) Die Briefe des Paulus sind
am einfachsten zu datieren und zu bestätigen.
Nur wenig Gelehrte würden anzweifeln das Paulus der Autor dieser
Werke war und sie verfasst hatte zwischen 51AD und
64AD, als er gemartert
wurde.
2) In seinem Brief and die Galater erwähnt er sein Treffen mit
Petrus und Jakobus, den Brüdern Jesu, drei Jahre nach seiner Bekehrung.
Er blieb 15 Tage bei Petrus. (Gal.1:18-19) Vierzehn Jahre später
kehrt er zurück, um sich mit Petrus, Johannes und Jakobus (dieser
Bruder Jesu schien die Leitung der Gemeinde aus Jerusalem unter sich
zu haben) zu treffen, um ihnen das Evangelium, das er verkündete,
vorzulegen. Paulus schreibt, dass diese Männer als Säulen anerkannt
waren. (Gal. 2:2,7-9) Das stimmt mit Lukas’ Aufschrieben in der
Apostelgeschichte überein. Thomas, der im Evangelium des Thomas
als Führer der Jünger und Nächster Jesu beschrieben wird,
wird hier von Paulus nicht erwähnt, auch in den anderen Evangelien
wird er in dieser Rolle nicht aufgeführt.
3) Paulus
erwähnt Orte und Leute, die seinen Briefen Zusammenhang und
Zeitgeschehen zuordnen. Das unterscheidet sie von den gnostischen Aufschrieben,
die keinen Zusammenhang nachweisen können.
4) Paulus
erwähnt Lukas, den Arzt, mehrere Male – seinen
Freund und Kameraden. Es ist Lukas (nicht einer der Apostel), der sich
aufmacht und einen sauberen Bericht über Jesu Dienst festhält – das Evangelium des Lukas.
Er gibt auch die Geschehnisse der ersten Christen in der Apostelgeschichte
wieder. In der Apostelgeschichte erwähnt
er auch, dass er das Leben und den Dienst Jesu in Text festgehalten hat.
Dieser Bericht der Apostelgeschichte endet kurz vor der Hinrichtung des
Paulus in Rom. Deshalb datieren einige Gelehrte die Schriften vor 64AD;
andere platzieren sie später (zwischen 70-80AD) – häufig
wegen der Prophetien im Evangelium. Einige glauben nicht daran, dass
Jesus über die Zukunft Bescheid wusste, also mussten diese nach
den aktuellen Geschehen aufgeschrieben worden sein, nämlich der
Zerstörung Jerusalems 70AD. Wenn du glaubst, dass Jesus der Sohn
Gottes war, dann ist ein früheres Datum möglich.
5) Lukas
erwähnt, dass seine Aufschriebe durch Berichte von Augenzeugen zusammengestellt
wurden (Lukas 1:1,2). Viele Verse von Lukas sind direkte Zitate von Markus
oder Matthäus – früher datiert.
6) Die Gemeindeleiter des 2ten Jahrhunderts sagen,
dass das Evangelium des Matthäus zuerst in hebräisch festgehalten
wurde und später
ins Griechische übersetzt wurde. Sie behaupten, dieses Evangelium
war das Erste. Manche Gelehrten datieren den ursprünglichen Aufschrieb
auf 60AD. Andere meinen es wurde zuerst mündlich kommuniziert und
später aufgeschrieben, vielleicht um 80AD aber nicht nach 100AD.
7) Paulus und Lukas erwähnen auch
Markus (Johannes Markus), der
mit Paulus und Barnabas reist. Tatsächlich ist er der Grund einer
großen Auseinandersetzung und sie beenden ihre gemeinsame Reise.
Dieser Markus arbeitet später als Übersetzer für Petrus.
Petrus’ Predigen und Reden werden von Markus (kein Apostel) aufgezeichnet.
Markus verwendet möglicherweise auch Matthäus’ Aufschriebe.
Einige Gelehrte, warum auch immer, glauben Matthäus’ Evangelium
basiert auf Markus’ Berichte. Manche sagen, dass es vor 70AD oder
spätestens 100AD, noch nicht komplett zusammengestellt war. Wie
auch immer, diese zwei Berichte werden gewöhnlich als die Frühesten
datiert.
8) Das Evangelium
des Johannes. Dieses Evangelium
wird von vielen als letzter Aufschrieb betrachtet. Man glaubt es wurde
zwischen 60AD und 95AD geschrieben. Einige glauben Johannes schrieb
nur einen Teil davon und andere Stücke seine Nachfolger. Die meisten Gelehrten datieren
diese Schrift auf 90-95AD. Ein Teil dieses Evangeliums wurde ‘kürzlich’ entdeckt,
es wird auf 125AD datiert. Nochmals, Paulus hielt fest, dass Johannes
und Jakobus Säulen waren. (Siehe auch Apg. 15:6-19) Das Evangelium
des Johannes scheint als Letztes in den gleichen Rang
der anderen drei Evangelien aufgenommen worden zu sein. Also wo ist dieses
Datum platziert, das es endlich in die breite Akzeptanz aufgenommen hat?
Die meisten Gelehrten meinen, in Betracht der Schriften des Irenäus, des Bischofs zu Lyon
(geb. 135AD?/ wurde zum Bischof ernannt um 178AD) kann man davon ausgehen,
dass als Irenäus Bischof war, alle vier Evangelien als Heilige Schrift
anerkannt waren. Er scheint, als wäre das keine kürzlich getroffenen
Entscheidung gewesen. Für eine gewisse Zeit wurden die Lehren und
Taten Jesu von den Aposteln mündlich weitergegeben. Bis realisiert
wurde, dass diese Dinge festgehalten werden mussten, infolge dessen wurden
die Evangelien aufgeschrieben. Als sich herauskristallisierte, dass eine
klare christliche Lehre gebraucht wurde, fügte man die Berichte
des Matthäus, Markus & Lukas unangefochten als Zeugnis Jesu
zusammen. Später schloss sich als Viertes das Evangelium des Johannes
dazu. Das fand irgendwann vor 178AD statt. Diese Evangelien sind voller
historischer Personen und Geschehen, die es ermöglichen sie in historischen
Zusammenhang zu bringen.
9) Josephus war
Historiker, der seine Berichte in 92AD über das
Heilige Land veröffentlichte und zu vielen Geschehen in den Evangelien,
im Besonderen denen des Lukas, Bestätigung gab. Im Rückblick
auf die ‘neuesten Geschehnisse’ berichtet er z.B. über
Jesus, die Tötung des Jakobus (Johannes’ Bruder) und der Verhaftung
des Petrus (festgehalten in Apg. 12:1-5).
10) Das Evangelium
des Thomas und andere gnostische
Schriften beinhalten kein historisches Material. Sie sind lediglich
Erzählungen, vieles
davon sind die Lehren Jesu aus den biblischen Evangelien, aber in eine
neue Richtung gedreht oder mystisch umschrieben. Oft fangen sie folgend
an “dies sind die geheimen Schriften Jesu.” Es gibt wenig
Sinnzusammenhang für diese Lehren und keine anderen Charaktere werden
erwähnt neben Jesus, seinen Jüngern, ein paar Frauen, inklusive
Maria aus Magdala. Es ist deshalb schwierig diesen Schriften Datierung
zuzuordnen. Ein weiteres Problem ist, dass die Fragmente der frühesten
gnostischen Schriften NICHT mit den späteren Versionen übereinstimmen.
Z.B. – das Evangelium des Thomas wird als das Erste der gnostischen
oder nicht-kanonischen Evangelien verstanden. (Überhaupt werden
die anderen ‘Evangelien’ nicht als wahre Evangelien anerkannt,
weil es ihnen an Darstellung fehlt. Vielmehr sind sie eine Sammlung von
Sprüchen.) Es beinhaltet 141 Verse. Manche sagen, dass einige dieser
Gedanken dieses ‘Evangeliums’ in mündlicher Form um
100AD bekannt waren. Die frühesten geschriebenen Fragmente, datiert
auf 200AD, unterscheiden sich schwer von dem vollständigen Manuskript
datiert auf 340AD. Das komplette Manuskript wurde abgeändert. Das
kommt daher, dass Gnostiker an anhaltende Offenbarung glauben. Für
sie war es kein Problem diese Schriften abzuändern, im Gegenteil,
es war sogar notwendig. Die Gnostiker glaubten, geheime Offenbarungen
wurden permanent aufgedeckt. Die schriftlichen Offenbarungen mussten
deshalb ständig abgeändert werden. Bei den biblischen Evangelien
gibt es auch einige Unterschiede zwischen den frühen und späteren
Manuskripten, aber diese sind klein und verändern keineswegs die
Bedeutung der gesamten Schrift. Anstelle abgeänderter Verse, findet
man Stellen an denen Verse dem Kapitel angefügt wurden. Heutzutage
findet man in den meisten Bibeln diese Verse angefügt in Klammern
mit einer Fußnote, die in etwa folgendes aussagt, “frühere
Manuskripte beinhalten diese Verse nicht.” Es gibt keine Verschleierung
hier. Im Gegensatz zu den nicht-kanonischen Evangelien, stimmen die frühen
Fragmente aus den biblischen Evangelien mit den späteren überein.
11) Der Kelch Christi. Lasst uns festhalten, dass
das letzte Abendmahl in den Evangelien und in den
Briefen des Paulus aufgezeichnet sind, datiert vor 64AD (1 Kor. 11:23-25).
Paulus schrieb über den Kelch (nicht
den heiligen Gral): Jesus nahm den Kelch und sprach, „Dieser Kelch
ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu
meinem Gedächtnis.“ Nirgendwo wird hier Maria, Sex oder der
Samen in ihrem Leib erwähnt, so wie das im Sakrileg und seinen Referenzen
behauptet wird. Der heilige Gral ist ein Konzept, das viel später
entstanden ist (um 900-1100), sehr wahrscheinlich während der Zeit
der Kreuzzüge, als das Entdecken oder Erfinden von Relikten ein
wichtiges Unterfangen war. Zu dieser Zeit glaubte man an die Wichtigkeit
von erfundenen Geschichten, um die ungebildeten Massen ins Heilige Land
zu führen und dieses aus den Händen der Moslems zu retten.
Diese Idee von dem Heiligen Gral ist ein Mythos und nicht Teil der Schrift,
früher Kirchengeschichte, oder einer sinnvollen Glaubenslehre. Man
findet sie in den Geschichten über König Arthur und Büchern
wie Das Sakrileg. Der Kelch, den Jesus benutzte um Wein einzufüllen
und dann den Jüngern anzubieten, ist dennoch in der Bibel. Es ist
ein einfacher Kelch, indem er seinen Jüngern echten Wein anbot,
um einen neuen Bund mit ihnen zu beginnen. Dieser Wein repräsentierte
sein Opfer, das er bald bringen würde: das Vergießen Seines
Blutes. Ist es nicht interessant, dass viele Kritiker behaupten, dass
nur ungebildete Leute an diese Aussage glauben? Um es zu untermauern
benützen sie unglaubliche Geschichten, die während der Kreuzzüge
entstanden sind, um ungebildete Massen zu verführen ins Heilige
Land zu gehen. Fall nicht auf diesen Nonsens herein. Und was ist mit
den Tempelrittern? Selbst WENN sie diese Geschichten erzählt haben,
ist es noch kein Beweis für ihre Richtigkeit. Eine weiter Geschichte
kursierte während dieser Zeit, nämlich dass der Apostel Johannes
noch am Leben wäre und als König regierte ... „und er
braucht deine Hilfe!“
12) Christus. Manche Kritiker behaupten
Jesus wurde von der Kirche des 1ten und 2ten Jahrhunderts nie als Sohn
Gottes angesehen.
Sie sagen, dass erst 320 bei dem Konzil von Nizäa seine Göttlichkeit
als Christliche Richtlinie festgelegt wurde. Sie behaupten „das
Komplott begann“ zu diesem Zeitpunkt. Dieselben Kritiker stellen
fest, dass das Evangelium des Johannes das Einzige ist, das behauptet
Jesus sei Gott, also beurteilen sie dieses Evangelium als falsch. Dennoch,
in allen vier Evangelien wird Jesus als Der Sohn Gottes/Mensch – der
kommen wird mit Seinen Engeln in Herrlichkeit und zur Rechten Gottes
sitzen wird. Und aus diesem selben Grund wurde er gekreuzigt.
Er wurde als Gotteslästerer
verschrien, weil Er von sich behauptete Sünden vergeben zu können,
das wurde nur Gott zugerechnet. Er proklamierte Selbst der Sohn
Gottes zu sein. Die Lehren bezüglich Jesus als Sohn Gottes, Gnade,
Glaube in Jesus, Taufe und Auferstehung von den Toten befinden sich in
den früheren
Schriften des Paulus (siehe: 1 Kor. 15:12-17&20/Galater 1:6-12 /
2:1-2,16-20) und in den Evangelien. Tatsache ist, dass der Messias selbst
im Alten Testament erwähnt wird „Er wird heißen ...
Mächtiger Gott, Ewiger Vater, Friedefürst. Und er wird regieren
... für immer.“ (Jesaja 9:6,7)
Übernimm nicht einfach eine Einstellung zum Leben, Jesus oder der
Bibel, weil du sie an deinem Arbeitsplatz, durch ein Buch oder über
Internet gehört hast. Wenn du wirklich wissen willst was die Bibel
sagt, LIES das Buch. Finde heraus was ES sagt. Wenn du Hilfe brauchst,
besorg dir ein Studienbuch das dir hilft den historischen und kulturellen
Inhalt der Geschehnisse zu verstehen. Verliere dich nicht in Einzelheiten,
lies die Bibel und behalte den Überblick. Die Pharisäer verloren
sich in Details, und sahen das große Bild nicht mehr – und
konnten den Einen nicht erkennen, der es in Vollkommenheit reflektierte.
Das
war ein einfacher Artikel. Es gibt einige gute Quellen im Internet, und
einige gute Bücher, die zu diesem Thema verfasst wurden. Es
gibt auch manches Unwahre, nicht Hilfreiches. Wenn du die Bibel nicht
kennst oder nicht weißt, wie du eine Behauptungen eines so genannten
Gelehrten verstehen sollst, dann ist es einfach beeinflusst zu werden.
Halte die Augen offen – lies und denke. Nimm nicht das Wort von
jemandem sofort an, z.B. dass Paulus nur über einen Propheten sprach
und nicht über den Sohn Gottes. Denn das stimmt einfach nicht. Lass
dich auch nicht durch Geschichten, erfunden während der Kreuzzüge,
mitreißen. Es gibt einfach zu viele davon. Sie ergeben eine wundervolle,
seltsame Fiktion, aber selbst Dan Brown würde nicht alles davon
einarbeiten – sie sind etwas zu seltsam für glaubhafte Fiktion.
Zum
Abschluss, lass nicht Furcht dein Herz dominieren. Wenn dein Glaube auf
oberflächlichen Konzepten beruht, die leicht durch widersprechende
Behauptungen zerstört werden können, dann brauchst du ein solideres
Fundament. Wenn du bereit bist jedes undokumentierte Konzept zu akzeptieren, ‚weil
dein Glaube stark genug ist’, fordere ich dich heraus nachzuforschen
auf was dein Glaube gegründet ist ... ein Gefühl oder die Bibel?
Das Christentum basiert auf Glauben, aber Glaube basiert auf den Lehren über
Gott, Seines Christus, und Sein Königreich, das an uns weitergegeben
wurde. Wenn du dich Christ nennst sei bedacht, dass du liest, forschst
und weist was die Bibel wirklich sagt.